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Der Deutsche Bauernverband (DBV) befürchtet, dass die EU-Kommission mit ihrer Verhandlungsstrategie bei der 6. WTO-Ministerkonferenz in Hongkong Schiffbruch erleidet. Das jetzige Angebot der EU sieht der DBV eng mit Zugeständnissen der Verhandlungspartner verknüpft. "Ich habe momentan kein gutes Gefühl, vielmehr reise ich mit großer Sorge nach Hongkong", erklärte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner am Montag in Berlin. Er befürchte, dass nach dem Fiasko in Cancún auch das Treffen in Hongkong am 13. Dezember scheitern könne und die EU wegen ihres angeblichen Agrarprotektionismus als der Schuldige angeprangert werde. Die EU habe mit ihrer Agrarreform schmerzhafte Vorleistungen erbracht. Die EU-Kommission stehe in der Gefahr, sich unter dem Druck der USA und der G-20, die Brasilien anführe, weitere Zugeständnisse bei der Landwirtschaft abringen zu lassen, um die Marktzugangsbedingungen für die europäischen Industriegüter zu verbessern. Die Zugeständnisse der EU seien bisher nicht gleichwertig beantwortet worden. "Wenn die anderen sich nicht bewegen, müssen wir unsere Angebote wieder zurückziehen", fordert Sonnleitner. (gk)
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