Pflanzenschutz

Mit Wirkstoffvielfalt gegen Resistenzen

Der Kartoffelanbau der Zukunft ist auf die Verfügbarkeit passgenauer Wirkstoffe angewiesen, um gesunde, sichere und qualitativ hochwertige Kartoffeln anbieten zu können, erklärt der Beirat der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (Unika). „Ein wesentliches Element zur Zukunftssicherung der Kartoffelbranche besteht in der aktiven Kommunikation“, so der Vorsitzende des Beirats, Torsten Spill. Mit namhaften Gästen und Experten erörterte der Beirat sich ergänzende Maßnahmen, um einerseits den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Kultur Kartoffeln über das bestehende, ohnehin geringe Maß zu reduzieren. Andererseits bedarf es auch zukünftig wirksamer Pflanzenschutzmittel, um gravierenden Ertragseinbußen oder Lagerverlusten entgegenzuwirken. Ein wesentliches Ziel sei es, drohenden Engpässen bei der Anzahl geprüfter und zugelassener Wirkstoffe zu begegnen.

Nur auf diesem Weg könne sichergestellt werden, dass sich keine Resistenzen bilden und dauerhaft mit einem minimierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gearbeitet werden kann. Über die staatlichen Stellen hinaus, belegen wirtschaftseigene Monitoringsysteme, dass insbesondere Kartoffeln hinsichtlich des Rückstandsverhaltens unauffällig sind. „Der intensiven Information und ein regelmäßiger Dialog mit der Gesellschaft sowie verschiedener Anspruchsgruppen kommt eine Schlüsselfunktion zu. Dabei ist auch zukünftig die Unterstützung durch die Landwirtschaft eine wesentliche Voraussetzung, um die Belange der Kartoffelwirtschaft zu wahren. Hierfür bietet die Unika im Verbund mit den Partnerverbänden die ideale Plattform.“, resümiert der Beiratsvorsitzende Torsten Spill.

Das europäische Bewertungs- und Zulassungsverfahren garantiere im Verbund mit den nationalen Behörden und Institutionen wie dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dem Umweltbundesamt (UBA), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Julius Kühn-Institut (JKI) ein Höchstmaß an Sicherheitsbewertung. Zulassungen werden nur erteilt, wenn keine schädlichen Auswirkungen für die Gesundheit von Mensch und Tier zu erwarten sind und keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt gegeben sind, bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung. Der Beirat sieht in der Tatsache, dass Presse und Nicht-Regierungsorganisation dieses in Abrede stellen, eine große Herausforderung für die Agrarwirtschaft, Behörden und Politik. Nach Auffassung des Beirates muss sich die Unika verstärkt in die Diskussion in der Öffentlichkeit einbringen und den Anteil der Behörden und Politik in dieser Debatte einfordern. (SB)
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