Flüchtlingspolitik

Mittelstand fordert Klarheit für Beschäftigung

Rund 60 Prozent der Mittelstandskooperationen wollen Flüchtlingen eine berufliche Perspektive bieten. In jedem zweiten angeschlossenen Unternehmen gibt es offene Stellen. Das ergab eine Umfrage vom MITTELSTANDSVERBUND und dem Wirtschaftsmagazin Der Handel (dfv Mediengruppe).

„Der Mittelstand ist bereit, den aus ihrem Heimatland geflohenen Menschen eine langfristige Perspektive zu bieten“, kommentiert der Präsident des Spitzenverbandes des kooperierenden Mittelstandes, Wilfried Hollmann, die aktuellen Umfrageergebnisse. Angesichts von Fachkräftemangel und Überalterung sei die Zuwanderung eine große Chance. Um die Flüchtlinge aber in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, sei die Politik gefragt. „Die bürokratischen Hindernisse halten jede dritte Kooperation davon ab, offene Stellen mit Flüchtlingen zu besetzen“, erklärt Hollmann. „Der Mittelstand fordert die Politik auf, diese abzubauen und die Ankömmlinge gezielt auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten, etwa durch Sprachkurse.“

Die Umfrage ergab außerdem, dass die wirtschaftliche Lage im kooperierenden Mittelstand insgesamt gut ist, teilt Der Handel mit. Im dritten Quartal konnten 53 Prozent der Zentralen ihre Umsätze steigern, während 18 Prozent Verluste hinnehmen mussten. Steigende Erträge melden 32 Prozent der Kooperationen. Die Mehrheit der Unternehmen blickt optimistisch auf das Schlussquartal 2015.

An der Konjunkturumfrage haben sich 66 Kooperationszentralen aus 15 Branchen beteiligt. Die Erhebung wird regelmäßig von DER MITTELSTANDSVERBUND und Der Handel durchgeführt und bietet ein repräsentatives Bild der Geschäftslage in den Verbundgruppen des MITTELSTANDSVERBUNDES. Zu diesen zählen rund 320 Einkaufs-, Marketing- und Dienstleistungskooperationen wie beispielsweise, EDEDKA, REWE, INTERSPORT, expert, hagebau und BÄKO. (az)
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