FrieslandCampina

Molkerei zahlt für Lieferverzicht

Knapp drei Prozent weniger Milch sollen die Mitglieder von FrieslandCampina produzieren.
-- , Foto: FrieslandCampina
Knapp drei Prozent weniger Milch sollen die Mitglieder von FrieslandCampina produzieren.

FrieslandCampina will durch eine Prämienzahlung die Menge der angelieferten Milch von Oktober bis März um maximal 150 Mio. Kilogramm reduzieren. Pro weniger produziertem Kilogramm sollen die Landwirte 10 Cent erhalten. Die Molkerei reagiert damit auf die deutlich gestiegenen Milchanlieferungen. Die Mitglieder der Genossenschaft hatten im ersten Halbjahr 11,9 Prozent mehr Milch produziert als im Vorjahr - insgesamt rund 5,5 Mrd. kg. Auf den geplanten Zeitraum von sechs Monaten hochgerechnet würde die angestrebte Reduktionsmenge knapp 3 Prozent ausmachen.

Die Milcherzeuger können die Molkerei-Prämie mit dem von der EU angebotenen Zuschuss von 14 ct/kg kombinieren und so insgesamt 24 ct/kg erhalten, wenn sie ihre Produktion herunterfahren. An dem Molkereiprogramm können sich Milcherzeuger aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland beteiligen. Ausgenommen sind Bioerzeuger und Direktvermarkter. Einzelheiten veröffentlichte die Molkerei in dem nur für Genossenschaftsmitglieder zugänglichen Intranet.

FrieslandCampina will mit dem Programm die Wertschöpfung aus dem Rohstoff verbessern und den Phosphatanfall aus der Milchviehhaltung verringern, denn die niederländische Regierung will die Milchviehhalter verpflichten, den Phosphatausstoß zu senken. Die Molkerei hatte zu Beginn des Jahres schon einmal eine Prämie für Betriebe ausgelobt, die ihre Milchproduktion einschränken. Als Grund nannte das Unternehmen damals Kapazitätsengpässe in der Verarbeitung. (SB)
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