Gegen mehrere bayerische Molkereiunternehmen will das staatliche Veterinäramt Russlands ein Importverbot wegen „Nichteinhaltung technischer Vorschriften“ verhängen.

Bei jüngst vorgenommenen Inspektionen von russischen Veterinärmedizinern seien Verstöße vor allem bei der Datierung von Lieferungen aufgefallen. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Die meisten Unternehmen hätten eine Garantieerklärung eines deutschen Veterinärmediziners vorgewiesen, sagte der Chef der Agentur Rosselkhoznadzor, Sergei Dankvert, gegenüber russischen Medien. „Ihr Versagen zwingt uns nun zu Einfuhrbeschränkungen bei mehreren Milcherzeugnissen bayerischer Herkunft.“

Ein Sprecher der Exportunion für Milchprodukte erklärte gegenüber agrarzeitung|online, dass bislang noch kein Exportverbot verhängt worden sei. Weder das Bundesministerium für Landwirtschaft noch die bayrischen Molkereien hätten Nachricht aus Russland erhalten.

Exportverbote werden von Russland häufig ausgesprochen. Erst im vergangenen Monat war ein Verbot gegen Erzeuger aus der Ukraine erlassen; nach Protesten aus Kiew aber schnell wieder eingestellt worden.

Deutschland exportierte 2011 rund 67.000 t Käse im Wert von 244 Mio. €, Milchpulver im Wert von 16 Mio. € und Butter und andere Fettstoffe für weitere 10 Mio. € nach Russland. (hed)
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