Wie lz.net berichtet versuchen Molkereien derzeit mit Hochdruck, in den Jahresgesprächen Preiserhöhungen für ihre Markenartikel durchzusetzen. "Vielen von uns steht aufgrund der rasanten Rohstoff-Entwicklung das Wasser bis zum Hals", sagt der Vertriebsvorstand einer Molkerei gegenüber der Lebensmittel Zeitung.

Vor allem "fettlastige" Produkte sollen teurer werden. Denn Rahm, der den Produkten zugefügt wird, ist in ganz Europa – auch durch Spekulation begründet – kaum noch zu bekommen und wenn, dann nur zu deutlich höheren Preisen, berichten die Unternehmen. Ein Joghurt mit 3,5 Prozent Fett müsste demnach doppelt so teuer sein als vor zwölf Monaten.

Butter bleibt auf Rekordniveau

Steigende Preise für Molkereiprodukte begleiten die Konsumenten und den Lebensmitteleinzelhandel seit gut einem halben Jahr. Butter ist praktisch im Monatsrhythmus teurer geworden und auf ein neues Rekordniveau geklettert. Dort wird sie nach Einschätzung von Marktexperten auch noch mindestens bis nach dem Weihnachtsgeschäft verharren. Käse hat sich gerade erst zum 1. Oktober erneut verteuert. Die Verhandlungen für die Kontrakte über die Milchfrischprodukte ab 1. November beginnen in Kürze.

Die Händler haben zwar die Regalpreise für einige Markenartikel angehoben, lehnen aber generelle Preiserhöhungen ab. Die Warengruppe wird zudem von Sonderangeboten dominiert. Einige Artikel erreichen einen Aktionsanteil von 50 bis 60 Prozent. "Preise von 29 Cent passen aber nicht mehr in diese Zeit", beklagt der Vertriebschef einer Molkerei. Weil es diese weiterhin gibt, machen die Molkereien mit ihren Marken nach eigenen Angaben Verluste. "Bei einigen Produkten kleben wir praktisch Tausend-Euro-Scheine an den Laster, wenn er den Hof verlässt", beschreibt ein Marktteilnehmer die Lage.

Immer wieder kommt es zu Lieferengpässen. Die Molkereien können oder wollen die vom Handel geforderten Mengen nicht zu den vorher vereinbarten Preisen liefern. "Aktuell sind einige Artikel des Lieferanten Friesland Campina im Bereich der Marken Landliebe, Tuffi & Optiwell nicht verfügbar", war kürzlich in Hit-Märkten zu lesen. Dass dahinter ein Konflikt zwischen dem niederländisch-deutschen Molkereiriesen und den Händlern Rewe und Hit um Preiserhöhungen steckt, will FrieslandCampina Germany nicht bestätigen: "Wir haben als Hersteller leider keinen Einfluss darauf, ob unsere Produkte von bestimmten Handelsketten gelistet werden oder in einzelnen Filialen erhältlich beziehungsweise vorrätig sind". (az)
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