Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub erleidet einen weiteren Rückschlag in seinem Ringen um eine Fusion seiner Kaiser’s Supermärkte mit dem Konkurrenten Edeka. Nachdem das Kartellamt den Zusammenschluss verboten hatte, beantragten die beiden Supermarktketten eine Ministererlaubnis. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) beauftragte ein Sondergutachten bei der Monopolkommission – und die empfiehlt, „die von Edeka und Tengelmann beantragte Ministererlaubnis nicht zu erteilen.“

In dem Gutachten kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass bei einer Fusion der beiden Supermarktketten, die „Gemeinwohlvorteile die Wettbewerbsbeschränkungen nicht aufwiegen“. Tengelmann-Chef Haub hatte stets argumentiert, dass nur durch eine Fusion Tausende von Arbeitsplätzen gesichert seien. Das bezweifelt die Monopolkommission in ihrem Gutachten und sieht durch den Zusammenschluss Arbeitsplätze gefährdet.

Dass sich Gabriel gegen die Empfehlung der Kommission entscheidet, gilt als unwahrscheinlich. In der Vergangenheit orientierten sich seine Vorgänger in den meisten Fällen an den Gutachten der Wettbewerbsbehörde.

Eine Zerschlagung der Kaiser's Tengelmann-Filialen wird damit immer wahrscheinlicher. Zuletzt hatte der Schweizer Einzelhandelsriese Migros sein Interesse an einzelnen Standorten der Supermarkt-Sparte von Tengelmann bekundet. (az)
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