Umstruktrierung

Monsanto greift durch


Die Monsanto Company, St. Louis, hat im Geschäftsjahr 2015 (September bis August) einen Umsatz von ziemlich genau 15 Mrd. US-$ erzielt. Gegenüber dem Vorjahr fehlen 5 Prozent. Ausgeprägter war der Rückgang des Nettogewinns um 16 Prozent auf rund 2,3 Mrd. US-$.

Harter Dollar schwächt US-Konzerne

Verlustreiches Quartal
Besonders stark gespürt hat Monsanto die konjunkturelle Schwäche im Agrargeschäft in seinem 4. Quartal 2015 (Juni, Juli und August). Diese Monate sind bei Saatgutanbietern traditionell umsatzschwach und deswegen mit Verlusten verbunden. 2015 war das Minus für Monsanto jedoch besonders ausgeprägt. Der Konzern weist in diesem Jahr einen Quartalsverlust von 495 Mio. US-$ im Vergleich zu einem Verlust von 156 Mio. US-$ im 4. Quartal 2014 aus.
Die Einbußen im Geschäftsjahr 2015 begründete Monsanto-Chef Hugh Grant im Wesentlichen mit drei Faktoren. Wie alle US-Konzerne hat die Stärke des US-Dollars am Gewinn genagt. Hinzu kommen bei Monsanto wegen niedriger Glyphosatpreise geringere Roundup-Erlöse und höhere Kosten im Saatgutsegment.

Wachstumsziel soll bleiben

Ungeachtet der Rückgänge, bekräftigte Grant heute bei der Vorlage der Zahlen das Ziel, bis zum Jahr 2019 den Gewinn pro Aktie im Vergleich zum Basisjahr 2014 zu verdoppeln. „Die Grundlagen unseres Geschäfts sind stark und Monsanto bleibt das am besten positionierte Unternehmen in der Branche“, so der Monsanto-Chef wörtlich. Um wieder in die Wachstumszone zu gelangen, kündigte er ein Bündel von Maßnahmen zur Restrukturierung und Kostensenkung an. Sie reichen von einem Aktienrückkaufprogramm über Entlassungen bis hin zum Verkauf der 2008 erworbenen Zuckerrohrzüchtung in Brasilien.

Viele Arbeitsplätze wackeln

Das Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 3 Mrd. US-$ soll demnächst starten und sechs Monate laufen. Um die Zahlen im operativen Geschäft zu verbessern, will Grant im Vertrieb sowie in Forschung und Entwicklung die Strukturen straffen und die Prioritäten neu setzen. Als konkrete Maßnahme nannte er die Aufgabe des Zuckerrohrgeschäftes. Außerdem kündigte der Monsanto-Chef den Abbau von 2.600 Arbeitsplätzen in den kommenden 18 bis 24 Monaten an. Das wären weit mehr als 10 Prozent aller Stellen, bezogen auf das Jahr 2014. (db)
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