Gegenwind

Monsanto senkt Gewinnprognose


Resistenz im Doppelpack
Monsanto hat zusammen mit der deutschen BASF ein neues Anbausystem entwickelt, das zwei Herbizidresistenzen vereint. Die neuen Xtend-Sojasorten tolerieren nicht nur Roundup, sondern auch Dicamba. Diese Eigenschaft wäre in Nordamerika nützlich, wenn wichtige Unkräuter nicht mehr auf Glyphosat reagieren. Monsanto wartet jedoch noch auf die Zulassung der US-Umweltbehörde (EPA) für die Xtend-Sojasorten. BASF bietet in den USA mit Engenia das passende Herbizid mit dem Wirkstoff Dicamba. (db)
Finanzvorstand Pierre Courduroux spricht von „signifikantem Gegenwind“ am Markt, der sich in den zurückliegenden Monaten verschärft habe. Im Vorfeld einer Präsentation vor Investoren nannte er am Mittwoch die schwachen Fremdwährungen, die niedrigen Glyphosat-Preise sowie die mangelnde Kauflust der Landwirte, die ihrerseits unter niedrigen Rohstoffpreisen leiden.

Diese Faktoren spürt die gesamte Branche. Für Monsanto kam jetzt noch erschwerend hinzu, dass nach wie vor die Genehmigung der US-Umweltbehörde (EPA) für das Anbausystem „Xtend“ aussteht (siehe Kasten). Mit ersten Umsätzen mit diesem doppelt herbizidresistenten Sojabohnensaatgut hatte Monsanto in den USA eigentlich schon für die laufende Saison kalkuliert.

Monsanto musste bereits wegen des schwachen Südamerika-Geschäftes im 1. Quartal seines Geschäftsjahres 2016, das im September 2015 begonnen hat, einen Verlust verbuchen und die Gewinnerwartung an die Aktionäre senken. Jetzt hat Courduroux pro Aktie weitere 0,50 Cent gestrichen. Er stellt den Anteilseignern für das Gesamtjahr 2016 nur einen Gewinn pro Aktie von 3,42 bis 4,29 US-$ in Aussicht. Im Ende August 2015 beendeten Geschäftsjahr 2015 waren es noch 4,81 US-$ gewesen.

Besser werden soll es erst 2017. Dann erhofft sich Monsanto Effekte durch das laufende Programm zur Kostensenkung, das auch mit umfassenden Entlassungen verbunden ist. Außerdem verspricht der Konzern weitere Innovationen. (db)
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