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Russland will die Ausweitung von EU-Vorschriften für die Einfuhren tierischer Produkte auf die neuen Mitgliedstaaten mit entsprechender Verschärfung eigener Importregeln erwidern. Das kündigte der Leiter des kürzlich gebildeten Föderalen veterinären und phytosanitären Aufsichtsdienstes, Sergej Dankwert, an. Nicht nur Russland, sondern die Beitrittsländer selbst bekämen Probleme mit den für sie neuen Spielregeln im Agrarhandel, machte Dankwert gegenüber der heimischen Presse deutlich. Daher habe er bereits Vorschläge von Kollegen aus einigen Ländern wie Polen, Ungarn oder Estland zur deren Lösung erhalten. Auch mit dem lettischen Veterinärdienst fänden bereits Verhandlungen statt, mit weiteren neuen EU-Mitgliedstaaten seien diese geplant. Vieles hänge dabei laut Dankwert dennoch von Gesprächen zwischen Moskau und Brüssel ab.

Derzeit bereite seine Behörde die Einführung von Vorschriften vor, wonach tierische Erzeugnisse lediglich aus denjenigen EU-Ländern und dort ansässigen Unternehmen importiert werden könnten, die durch den russischen Veterinärdienst zertifiziert würden. Derartiges Vorgehen, so Dankwert, wäre mit den Regelungen identisch, die in der EU gälten und in einigen Wochen auch für deren neuen Mitglieder bindend sein sollten. Dankwert äußerte aber Unverständnis dafür, dass die EU-Kommission über wichtige Fragen der Veterinärkontrolle und der damit verbundenen Importgenehmigungen oder Einschränkungen selbst entscheide. Nicht die Kommission, sondern die einzelnen EU-Länder seien Mitglieder des Internationalen Tierseuchenamts (OIE). (pom)

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