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In Russland werden für die Dauer von drei Jahren Sonder-Importzölle für Stärke eingeführt. Der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister des Landes, Alexej Kudrin, begründete die Maßnahme vor Journalisten in Moskau mit der Notwendigkeit, den heimischen Markt vor Masseneinfuhren dieses Produkts zu schützen. Nach der Entscheidung des Regierungsausschusses für Schutzmaßnahmen im Außenhandel und Zolltarifpolitik vom vergangenen Freitag sind die Abgaben in Höhe von 30 Prozent des Zollwertes, aber mindestens 0,11 Euro/kg für Kartoffelstärke zu entrichten. Für Maisstärke beträgt die Abgabe 10 Prozent des Zollwertes bei einer Mindestgrenze von 0,04 Euro/kg zusätzlich zum bisherigen allgemeinen Zollsatz von 10 Prozent. Das gilt für deren Einfuhren aus sämtlichen Ländern mit Ausnahme von Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, die einer Zollunion mit Russland angehören.

Nach Angaben der russischen Vereinigung der Stärkeindustrie liegt der Importanteil an diesem Markt bei 60 Prozent, während die heimischen Kapazitäten für die Produktion von Maisstärke zu rund 30 Prozent und für Kartoffelstärke lediglich zu 5 Prozent ausgelastet sind. Dabei monierte die Branchenvereinigung unter anderem die stark suventionierten Einfuhren von Stärke aus den EU-Ländern. (pom)
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