Moskau hält sich zu Exportsteuern bedeckt

Frühestens Mitte Februar ist eine Entscheidung über Exportsteuern für russisches Getreide zu erwarten. Dann will die Regierung in Moskau eine Bilanz erstellen. Die Getreideexporte aus Russland sind rekordverdächtig. Bis Mitte Januar sind nach offiziellen Angaben 19,5 Mio. t Getreide exportiert worden. In der gesamten Saison 2011/12 will die Moskauer Regierung nicht mehr als 24 Mio. t Exporte zulassen. Jetzt hängt alles davon ab, ob die bisherige Geschwindigkeit der Exporte sich bis in den Februar fortsetzt. Daran bestehen einige Zweifel, weil strenger Frost zurzeit die Verladungen behindert.

Aus dem Agrarministerium ist am heutigen Dienstag laut der Agentur APK-Inform zu hören, dass Mitte Februar eine Bestandsaufnahme der Getreideexporte zu Jahresbeginn 2012 erfolgen soll. Dann erst will die Regierung entscheiden, ob die Einführung von Exportsteuern sinnvoll ist. Es gibt Gerüchte in Moskau, dass sie ab April 2012 erhoben werden könnte, um das Getreide im Land zu behalten.

Das Statistische Amt Rosstat beziffert mittlerweile die russische Getreideernte 2011 auf 94 Mio. t. Ähnlich hoch war sie zuletzt zur Ernte 2009 und noch höher ein Jahr zuvor mit fast 106 Mio. t. Der Internationale Getreiderat IGC sowie das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA beziffern in ihren Januar-Berichten die aktuelle russische Getreideernte mit jeweils rund 89 Mio. t niedriger als Rosstat. (db)
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