Moskau öffnet Intervention


Ab August will das Agrarministerium in Moskau Interventionsgetreide im Inland verkaufen. Empfänger sind Tierhalter, denen aus der laufenden Ernte Futtergetreide fehlt. Mindestens 3 Mio. t Getreide sollen bereitgestellt werden, berichtet Black Sea Grain über die Entscheidung vom heutigen Mittwoch. Bereits seit Mitte Juli liegen Anfragen aus den Regionen vor, die besonders stark von der Trockenheit betroffen sind. In der russischen Intervention lagern aus den Ernten 2008 und 2009 rund 9,5 Mio. t Getreide.

In dieser Woche hat sich in Russland die Zahl der Regionen, die den Notstand ausgerufen haben, auf 23 erhöht. Es handelt sich allerdings um die bereits bekannten Ackerbaugebiete im Westen des Landes, am Ural und entlang der Wolga. Deswegen kommen die zunehmenden Deklarationen des Notstandes nicht überraschend.

Neue Anhaltspunkte, um die gesamte russische Getreideernte einschätzen zu können, gibt es nicht. Unverändert gilt die Aussage aus dem Agrarministerium, dass die Ernte 2010 wohl weniger als 85 Mio. t Getreide bringen wird. Als untere Marke diskutieren private Marktbeoachter etwa 75 Mio. t. Ähnlich niedrig war die Ernte zuletzt 2006 mit 76 Mio. t. Vor einem Jahr hatte Russland dagegen 94 Mio. t eingebracht. (db)
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