Moskau senkt Ernteprognose


Die offizielle Prognose für die russische Getreideernte sinkt nach ungewöhnlicher Trockenheit. Im Laufe der Woche will sich das Agrarministerium in Moskau einen detaillierten Überblick verschaffen. Nach ersten Schätzungen wird wegen der Trockenheit in einigen russischen Regionen die nationale Getreideerzeugung 2010 auf 85 Mio. t sinken. Das Landwirtschaftsministerium in Moskau hatte bisher für Russland eine Ernte von 90 Mio. t geschätzt. Im Vorjahr hatte die Ernte rund 94 Mio. t erreicht.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ria Novosti geht Agrarministerin Elena Skrynnik jedoch von einem unverändert hohen russischen Exportpotenzial in der Saison 2010/11 aus. Denn nach ihren Angaben beträgt die staatliche Getreidereserve jetzt 24 Mio. t und damit 20 Prozent mehr als Ende Juni 2009.

Bis Donnerstag dieser Woche will die Regierung eine Analyse der Situation in den Regionen Russlands vorlegen, die am meisten von Trockenheit betroffen sind. Getreide soll auf einer Anbaufläche von mehr als 5,3 Mio. ha vertrocknet sein. In mehreren Gebieten, insbesondere in der Wolgaregion, ist der Notstand erklärt worden.
Private Marktbeobachter hatten bereits Anfang Juni, also vor der Trockenheit, die offizielle Schätzung des Ministeriums in Frage gestellt. Sie wiesen auf den harten Winter hin, der schon einige Ertragserwartungen zunichte gemacht hatte. (db)
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