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Die deutschen Müller rechnen wegen der ungewöhnlichen Trockenheit dieses Frühjahrs mit erheblichen Getreideeinbußen. Die von der Landwirtschaft erwarteten witterungsbedingten Ernteschäden von bis zu 20 Prozent treffe die Mühlen in einer ohnehin angespannten Versorgungslage, erklärte der Verband Deutscher Mühlen (VDM), Bonn, in einer Pressemitteilung anlässlich seiner diesjährigen Mitgliederversammlung am vergangenen Wochenende in Stuttgart. Nach einer Untersuchung des Internationalen Getreiderates (IGC) in London würden bereits mehr als 6 Prozent der globalen Getreideernte für die Erzeugung von Bioenergie eingesetzt. Dabei sei vielen Verbrauchern gar nicht bewusst, dass sie die Bioenergie in dreifacher Hinsicht bezahlten: Erstens mit Steuern für staatliche Subventionen, zweitens mit höheren Energiepreisen und drittens mit teureren Nahrungsmitteln, monierte der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling. Auch ohne die massive Förderung der Bioenergie lägen die globalen Getreideernten schon jahrelang unter dem Gesamtbedarf der Welt.

Der Verband forderte daher die Abschaffung der „nicht mehr zeitgemäßen“ Flächenstilllegung in der EU sowie die ersatzlose Streichung der Energiepflanzenprämie, die sich durch die höheren Marktpreise für Getreide längst überholt habe. (ED)

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