Mühlen erwarten gute Brotgetreidequalität


In den kommenden Tagen wird die Getreideernte hierzulande weitgehend abgeschlossen sein. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) zieht eine erste Bilanz. "Es ist davon auszugehen, dass ordentliche Brotgetreidequalitäten gedroschen worden sind", sagte Hans Christoph Erling, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM), heute während der Erntepressekonferenz in Berlin.

Der Mahlweizen weist seinen Angaben zufolge sortentypische gute Qualitätsparameter auf. Die Hektolitergewichte seien hoch, die Fallzahlen ebenso. Lediglich die Proteinwerte würden etwa einen halben Prozentpunkt schlechter ausfallen als üblich. Die Klebergehalte seien dennoch hoch.

„In den Regionen, wo die Fröste die Bestände in Mitleidenschaft gezogen haben, fallen die Qualitäten aber zum Teil deutlich ab", stellte Erling klar. Dort müssten viele Mühlen großen Aufwand betreiben, um geeignetes Mahlgetreide einkaufen zu können.

Der VDM geht davon aus, dass in diesem Jahr etwas mehr Weizen und Roggen eingebracht wird als in der enttäuschenden letztjährigen Ernte. Damit fehlten zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre aber weiter mindestens 1 Mio. t Weizen und Roggen in der Brotgetreidebilanz.

Die Menge an Weizen beziffert der Verband in dieser Saison auf bundesweit 22,5 Mio. t, nach 22,8 Mio. t im Jahr 2011. Die aktuelle Roggenernte wird mit 3,4 (2,5) Mio. t angegeben. Damit summiert sich das Aufkommen an Brotgetreide in diesem Jahr auf 25,9 (25,2) Mio. t.

Erling wies in Berlin auf die schwierige Situation der Branche hin: „Brotgetreide ist momentan um rund 25 bis 35 Prozent teurer als vor zwölf Monaten." Eine Preissteigerung um 50 €/t Weizen oder Roggen bedeute für die Mühlen Mehrkosten im Rohstoffeinkauf von rund 400 Mio. €.

„Höheren Einstandskosten in dieser Höhe müssten in die betriebliche Kalkulation der Verkaufspreise einfließen; anders ist erfolgreiches Wirtschaften auf Dauer nicht möglich", betonte der VDM-Vorsitzende. (Sz)
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