Das Bundeskartellamt hat die Kartellverfahren gegen Unternehmen der Mühlenindustrie abgeschlossen und Geldbußen verhängt.

Wegen kartellrechtswidriger Absprachen beim Vertrieb von Mehl hat das Bundeskartellamt gegen 22 Unternehmen der Mühlenwirtschaft und den Verband Deutscher Mühlen (VDM) Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 41 Mio. € verhängt. Die Höhe des Bußgeldes gegen die einzelnen Unternehmen richtet sich laut Bundeskartellamt nach der Schwere und Dauer der Kartellbeteiligung.

Das Bundeskartellamt durchsuchte im Februar 2008 zahlreiche Mühlenunternehmen in Deutschland, nachdem es aus dem Markt Hinweise auf Preis- und Mengenabsprachen erhalten hatte.

Daraufhin hatten mehrere Unternehmen Bonusanträge gestellt und sich zur Kooperation bei der Aufklärung des Sachverhalts bereit erklärt. So hätten neben der VK Mühlen AG auch die Mühlen-Unternehmen der Werhahn-Gruppe und der Grain-Millers-Gruppe bei der Aufklärung der Vorwürfe "umfangreich" kooperiert, heißt es von den Bonner Wettbewerbshütern. Bereits im Oktober 2011 war in dem Verfahren gegen die VK Mühlen AG ein erstes Bußgeld in Höhe von knapp 24 Mio. € verhängt worden.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte zu dem Vorgang: „Verantwortliche der beteiligten Mühlenunternehmen hatten sich seit dem Jahr 2001 in zahlreichen, regelmäßig abgehaltenen Gesprächsrunden über Preise, Kundenzuordnungen und Liefermengen abgestimmt."

Betroffen von den Kartellstrafen sind laut Meldung der Bonner Wettbewerbshüter unter anderem die Werhahn Mühlen, die Georg Plange GmbH & Co. KG, die Mühle Rüningen GmbH & Co. KG und Pfälzische Mühlenwerke GmbH, sowie die Grain Millers GmbH & Co. KG mit mehreren Tochterunternhehmen sowie die Saalemühle Alsleben GmbH.

Die Absprachen hätten die Belieferung von Industriekunden, von Handwerksbäckereien sowie den Vertrieb in Kleinpackungen an den Lebensmitteleinzelhandel betroffen. Des Weiteren betrieben die Unternehmen eine koordinierte Kapazitätssteuerung in Form von Stilllegungen von Mühlen oder verhinderten die erneute Inbetriebnahme bereits stillgelegter Mühlen. (hed/pio)

Die Beschuldigten im Kartellverfahren sind:

VK Mühlen AG, Werhahn Mühlen GmbH & Co. KG, Georg Plange GmbH & Co. KG, Mühle Rüningen GmbH & Co. KG und Pfälzische Mühlenwerke GmbH, Grain Millers GmbH & Co. KG (mit den Tochterunternehmen Bremer Rolandmühle Erling GmbH & Co. KG, Mills United Hovestadt & Münstermann GmbH und Heyl GmbH & Co. KG), Saalemühle Alsleben GmbH, Flechtorfer Mühle Walter Thönebe GmbH, Gebr. Engelke Große Mühle Hasede-Hildesheim GmbH & Co. KG, Magdeburger Mühlenwerke GmbH, Oderland Mühlenwerke Müllrose GmbH & Co. KG, Hedwigsburger Okermühle GmbH, Thüringer Mühlenwerke GmbH, Albert Mühlschlegel GmbH & Co. KG, Friedrich Wilhelm Borgstedt Milser Mühle GmbH, Südhannoversche Mühlenwerke Engelke GmbH, Frießinger Mühle GmbH, Bliesmühle GmbH, Karl Bindewald Kupfermühle GmbH, Cramer Mühle KG, Heinrich Thylmann GmbH & Co. KG Kilianstädtermühle, Rheintal Mühlen GmbH und die Heiss Mühle GmbH.
(Quelle: Bundeskartellamt)
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