Das Bäckereiunternehmen Müller-Brot hat Insolvenzantrag am Amtsgericht Landshut eingereicht. Betroffen sind etwa 1.100 Arbeitsplätze. Wegen extremer Hygienemängel ist die Produktion bei Müller-Brot seit Ende Januar stillgelegt. Spezialisten für Lebensmittelsicherheit nehmen derzeit den stillgelegten Betrieb unter die Lupe und entscheiden, ob eventuell die Produktion wieder anlaufen kann. Bereits seit Sommer 2010 wurden die hygienischen Verhältnisse bei Müllerbrot von den Lebensmittelkontrolleuren beanstandet. Sei dieser Zeit verhängten die Behörden immer wieder Bußgelder - zweimal sogar den Höchstsatz von 25.000 €. Es wurden auch Backwaren in der Vergangenheit zurückgerufen. In der Mühlenwirtschaft hat die Pleite von Müller Nervosität ausgelöst. Die Großbäckerei zählt zu den wichtigsten Mehlverarbeitern in Freistaat. Insider schätzen den Mehlbedarf auf jährlich 50.000 bis 60.000 t. Die maßgeblichen Mehlliefertanten sind bayerische Mühlen. Unterdessen musste nach Müllerbrot noch eine zweite Großbäckerei in Bayern die Produktion einstellen. In der Großbäckerei Biendl und Weber in Donaustauf bei Regensburg fanden Kontrolleure ebenfalls erhebliche Hygienemängel vor. Das Landratsamt Regenburg hat daraufhin einen sofortigen Produktionsstopp angeordnet. (HH)
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