Der Bayerische Müllerbund begrüßt die Absicht der Politik, für die Stromerzeugung aus Biogas den Einsatz von Mais und Getreidekörner auf 60 Prozent zu begrenzen. Nach Ansicht von Ludwig Kraus, dem Präsidenten des Bayerischen Müllerbundes, "darf es nicht sein, dass zuerst der Rohstoff Getreide und nicht das Nebenprodukt Kleie zur Stromerzeugung verwendet wird. Das Getreide sollte erst die Nahrungs- und Futtermittelproduktionskette durchlaufen und erst dann in einem weiteren Schritt in Form von Nebenprodukten vergärt werden.

Durch die Begrenzung des Getreideeinsatzes sieht Kraus zudem einen positiven Effekt auf den Getreidemarkt. Vor allem werde die Konkurrenzsituation um den Rohstoff Getreide entzerrt. Dies sei gerade unter dem Aspekt immer volatiler werdender Märkte sehr zu begrüßen. Wird die Nutzungskonkurrenz zwischen Energie und Lebensmittel nicht aufgelöst, sieht der Mühlenpräsident auf Sicht höhere Verbraucherpreise bei wichtigen Nahrungsmitteln. Dass der Einsatz von Nebenprodukten in Biogasanlagen besser ermöglicht werden soll sei eine überfällige Entscheidung, so Kraus. Allein in Bayern fallen jedes Jahr etwa 250.000 t Kleie an. (HH)
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