Mutterkorn hat sich breit gemacht

Mutterkorn ist in diesem Jahr regional ein Problem. Partien unterschiedlicher Getreidearten sind befallen.

In Nordrhein-Westfalen berichtet der Pflanzenschutzdienst von Befall, der gehäuft im Sauerland und in Ostwestfalen-Lippe auftritt. Vor allem Weizen - hier besonders Sommerweizen - und Sommergerste sollen stärker betroffen sein. Mutterkorn tritt vermehrt in Jahren auf, in denen Getreide in kühl- feuchter Witterung abblüht. Einige Getreidearten hat es im Frühsommer 2012 offenbar getroffen.

Mutterkorn enthält verschiedene Alkaloide, die Vergiftungen hervorrufen können. Es gelten Höchstgehalte in Futtergetreide von 0,1 Prozent und in Brotgetreide von 0,05 Prozent.

Die Landwirtschaftskammer weist darauf hin, dass sich der Pilz chemisch kaum bekämpfen lässt. Fungizide zeigen allenfalls zufällige Effekte. Indirekt kann über eine Pflugfurche auf befallen Flächen das Infektionsmaterial reduziert werden, denn Sklerotien sind nur einjährig lebensfähig. Außerdem wird so die Infektionskette unterbrochen, die sonst über Ungräser erhalten wird. (db)
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