Mykotoxin-Verordnung schafft Probleme

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Die Novellierung der Mykotoxinhöchstmengen-Verordnung, die am 13. Februar in Kraft getreten ist, wirft in der gesamten Getreidewirtschaft viele Fragen auf. Nach Auffassung des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM), Bonn, sind existenzielle Probleme in der Branche nicht auszuschließen. Die Verordnung sieht unter anderem für Deoxynivalenol (DON) in Getreidekörnern zum direkten Verzehr sowie in verarbeiteten Getreideerzeugnissen einen Höchstgehalt von 500 µg/kg vor. Für Brot, Kleingebäck und feine Backwaren sollen 350 µg/kg gelten. Für das Mykotoxin Zearalenon (ZEA) sind in der Verordnung in Getreideerzeugnissen Höchstgehalte von 50 µg/kg vorgesehen. Der Verband halte eine nationale Regelung - auch unter dem Aspekt des Verbraucher- und Gesundheitsschutzes - für "überzogen und überflüssig", da in Kürze eine entsprechende EU-Regelung zu erwarten sei. In Jahren mit ungünstiger Witterung wie beispielsweise 1999 wäre ein großer Teil der Getreideernte, der von den Mühlen aufgenommen wird, nicht verkehrsfähig. Diese Getreidepartien wären dann nur noch im Futtersektor einzusetzen. Außerdem gebe es zurzeit weder eine geeignete Standardmethode noch einen wissenschaftlich abgesicherten Schnelltest für Mykotoxine, hieß es von Seiten des VDM gegenüber der Agrarzeitung Ernährungsdienst.

Trotzdem müssten sich die Mühlenbetriebe, aber auch die Firmen der vor- und nachgelagerten Stufen, auf die neue Situation einstellen. Die Landwirtschaft sei die einzige Stufe in der Vermarktungskette, die durch entsprechende Maßnahmen wirksam auf den Fusarienbefall Einfluss nehmen könne. Nur bei Beachtung der neuen Höchstwerte könnten die Landwirte die Vermarktung ihrer Produkte absichern. Um in der Vermarktungskette Getreide die in der Verordnung festgelegten neuen Grenzwerte für DON und ZEA einhalten zu können, würden sich die Mühlenbetriebe veranlasst sehen, nur noch Getreide vom Landhandel und/oder vom Erzeuger aufzunehmen, das die maximal zulässigen Werte für DON und ZEA nicht überschreitet. Der Vorstand des VDM sehe deshalb keine andere Möglichkeit, als dass die Getreidemühlen eine entsprechende Klausel in ihre Einkaufskontrakte aufnehmen. (Sz)

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