Kurz vor Ablauf der Frist hat sich der Industrieverband Agrar (IVA) zum vorliegenden Entwurf des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz (NAP) geäußert.

Der IVA sieht ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsziele in dem Entwurf der Bundesregierung vernachlässigt. „Sachfremde Themen werden überbetont und die notwendige Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität ausgeblendet“, so das Urteil des Verbandes. Die deutsche Pflanzenschutz-Industrie bekenne sich nachdrücklich zu dem Ziel, Risiken für Mensch und Umwelt, die aus dem Einsatz ihrer Produkte resultieren können, weiter zu reduzieren.

Doch dies müsse „mit Verstand, Augenmaß und Blick für das Ganze geschehen.“ Der IVA führte aus, dass die überwiegende Mehrheit der Landwirte Pflanzenschutzmittel verantwortungsvoll einsetze.

Ende September hat die Bundesregierung einen Entwurf zum NAP vorgelegt, der in Deutschland Grundsätze für eine nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln regeln soll. Bis Ende Oktober konnten Bundesländer und betroffene Verbände zum Entwurf Stellung beziehen. Deutschland wiederum muss - wie alle anderen EU-Länder auch - bis November seinen Aktionsplan bei der EU-Kommission vorlegen.

Den deutschen Ökoverbänden geht der NAP im jetzigen Entwurf erwartungsgemäß nicht weit genug. Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Löwenstein, bezeichnete die vorgeschlagenen Maßnahmen als unzureichend. Er forderte eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel. Jan Plagge, Präsident des Anbauverbandes Bioland, fürchtet, dass der NAP in der vorliegenden Form keinen Beitrag zur Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel leisten werde.

Auch Harald Ebner von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen findet, dass die Ziele des Aktionsplans nicht rigide genug formuliert sind und wichtige Punkte wie die Biodiversität sogar ganz vernachlässigt werden. (hed)
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