NFZ: Nur technischer Bilanzverlust


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Einen Verlust von 56 Mio. EUR soll die NFZ Norddeutsche Fleischzentrale AG, Hamburg, im Jahr 2004 erwirtschaftet haben. Dies meldet die Deutsche Viehhandelsgesellschaft, Bonn. Die NFZ-Führung dementiert diese Darstellung. Die Deutsche Viehhandelsgesellschaft spricht in ihrem Mitteilungsblatt, der VfZ Handelszeitung, von einem "NFZ-Desaster". Die Zeitung mutmaßt über eine Strategie des Vion-Konzerns, zu dem auch die NFZ gehört: Mit einem ruinösen Wettbewerb wolle Vion Wettbewerber aus dem Markt drücken, um sich dann um den verbleibenden Kuchen, mit allen Vorteilen, selber kümmern zu können. Zu dieser Strategie gehört nach Meinung der VfZ auch die Ankündigung von Vion-Chef Uwe Tillmann, dass es "zu einer Reihe von Insolvenzen von Schlachthöfen vorwiegend im norddeutschen Raum kommen wird."

NFZ-Sprecher Dr. Dierk Boie widersprach der Darstellung der Viehhandelsgesellschaft nachdrücklich. Die NFZ habe im Geschäftsjahr 2004 ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 15 Mio. EUR erzielt. Durch die im vorigen Jahr durchgeführte Verschmelzung der NFZ GmbH auf die CG Nordfleisch AG - inzwischen umfirmiert in NFZ AG - wurden bestehende Verlustvorträge der NFZ GmbH aus den Vorjahren übernommen. Daraus, so versichert Boie, resultiere der bilanzierte Verlust im Abschluss der NFZ AG in Höhe von 56 Mio. EUR. Dieser Vorgang sei rein bilanztechnischer Natur. Boie wundert sich über die Darstellung der VfZ-Handelszeitung, denn "die Verlustvorträge waren auch bisher schon im Konzernabschluss so dargestellt." In einem Interview, das in der morgigen Ausgabe der Agrarzeitung veröffentlicht ist, nimmt Vion-Chef Uwe Tillmann dazu Stellung. (HH)

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