Landwirte, die vom Recht auf Nachbau Gebrauch machen, sind zur Zahlung eines Entgelts verpflichtet. Diese eindeutige Rechtslage trifft aber auf eine angespannte Stimmung in der Landwirtschaft. Die Rechtslage, die auch Aufbereiter in die Pflicht nimmt, sei eindeutig, erklärte Uwe Sander, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Saatgutanerkennungsstellen der Länder, beim Saatguthandelstag am Donnerstag in Warberg. Er korrigierte damit die verbreitete Auffassung, der Nachbau unterliege nicht dem Saatgutverkehrsgesetz. Der Nachbau sei das Landwirteprivileg. "Aber ohne entsprechende Entgeltzahlung sei Nachbau kein Kavaliersdelikt, sondern ein Vergehen", betonte Sander. Zudem seien die Aufbereiter verpflichtet, die Sorte zu erfassen. Mit der Formulierung „unbekannte Sorte“ erfüllten Aufbereiter ihre Pflicht nicht. Dafür könnten sie sogar mit einem Bußgeld belegt werden, warnte der Experte.

Für einen "behutsamen Dialog" über den Nachbau sprach sich Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbandes Schleswig-Holstein, aus. Die Erzeuger wollten statt des abstrakten Begriffs des „Geistigen Eigentums“ den Züchtungsfortschritt sehen, versuchte er zu vermitteln. Zudem erwarteten sie von Z-Saatgut gleichmäßige Sortierung sowie gleichmäßige und zuverlässige Beizung. (brs)
stats