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Der Bedarf an Mischfutter ist in den meisten Regionen nur leicht gestiegen. Lediglich in Brandenburg und Bayern, wo Grundfutter knapp ist, registrieren Kraftfutterhersteller nach einer Umfrage der Agrarzeitung Ernährungsdienst eine lebhafte Nachfrage. Die Mischfutterindustrie im Norden erwartet zum kommenden Frühjahr einen leicht erhöhten Bedarf an Fertigfutter. Sorge bereitet den Verarbeitern derzeit die rapide abnehmende Liquidität der Milch- und Schweinehalter wegen unzureichender Erlöse. Kraftfutterhersteller beobachten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nach dem Jahreswechsel keinen Einbruch der Nachfrage. Dies lässt darauf schließen, dass es keine verstärkten Ausstallungen gegeben hat. Im Milchviehfutter setzt sich der Trend zu energiereichen Mischungen fort, mit dem die mindere Qualität des Grundfutters kompensiert werden kann.

In Brandenburg verzeichnen die Kraftfutterhersteller dagegen bereits seit der Ernte 2003 eine erhöhte Nachfrage. Viele Landwirte haben so versucht, von Anfang an die knappen Grundfuttervorräte durch zusätzliche Kraftfuttermengen zu ergänzen. Der verstärkte Kraftfuttereinsatz treibt die Produktionskosten in die Höhe. Im Januar kam es bei der Neuverhandlung der Halbjahreskontrakte beim Kraftfutter zu Preissteigerungen von 20 bis 25 Prozent.

Im Nordwesten wird nicht damit gerechnet, dass die Rinderhalter zusätzliche Kraftfuttermengen benötigen. Da die Qualität des Grundfutters 2003 nicht die Spitzenwerte der Vorjahre erreicht hat, muss die Zusammensetzung der Kraftfutterrationen entsprechend angepasst werden. Im Rheinland ist die Grundfutterernte weitgehend normal ausgefallen. Es wird von einem normalen Bedarf an Rinderfutter ausgegangen.

Auch im Südwesten halten sich die Mischfutterabrufe etwa im Rahmen des Vorjahresgeschäfts, mitunter werden aber auch deutliche Zuwächse in den Abrufen von Futter registriert. Es ist jedoch nicht die Regel. In Bayern läuft das Mischfuttergeschäft trotz der insgesamt schwachen Versorgung mit wirtschaftseigenem Futter uneinheitlich. Ausgesprochen gut sind die Umsätze bei Rinderfutter bereits seit Oktober vergangenen Jahres ausgesprochen gut. Allerdings gelingt es nicht ohne weiteres, die erforderlichen Preissteigerungen am Markt zu erzielen. Nicht immer lassen sich die Tagespreiskalkulationen durchsetzen. Die Werke erwarten bis zum Anschluss an den ersten Grünschnitt und bis zur neuen Ernte weiterhin ein lebhaftes Geschäft, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. (ED)

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