Nachhaltigkeitsbilanz für die Landwirtschaft enttäuscht

Die Bundesregierung verfehlt weiterhin ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele für die Landwirtschaft. Fortschritte beim Stickstoffmanagement, Flächenverbrauch und im Ökolandbau zeigen sich nur langsam. Das Bundeskabinett hat in dieser Woche den Fortschrittsbericht 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Der Bericht überprüft, wie viele der Ziele, die sich die Bundesregierung im Jahr 2002 gesteckt hat, erreicht sind. Für die drei wichtigsten landwirtschaftlichen Parameter fällt die Bilanz enttäuschend aus.

Am besten schneidet noch der Stickstoffsaldo ab. Das Ziel den Stickstoffüberschuss bis auf 80 kg/ha landwirtschaftlich genutzter Fläche bis 2010 zu reduzieren, wurde fast erreicht. Nun steht laut dem Bericht die weitere Absenkung bis 2020 an, wofür jedoch eine Maßzahl fehlt. Die Reduzierung des täglichen Flächenverbrauchs auf 30 ha bis 2020 bleibt hingegen in weiter Ferne. Im Jahr 2010 lag die Quote noch bei 87 ha pro Tag. „Eine Fortsetzung der durchschnittlichen jährlichen Entwicklung der letzten Jahre würde jedoch weiterhin nicht genügen, um das vorgegebene Reduktionsziel bis 2020 zu erreichen“, schreibt die Bundesregierung. Auch der derzeitige Anteil der Ökolandbaufläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche von gut 6 Prozent hinkt weit hinter dem Ziel 20 Prozent hinter her. Die Zuwachsraten der vergangenen Jahre deuten auch nicht auf eine baldige Erreichung des Ziels hin. (sta)
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