Der Ruf nach Nachhaltigkeitszertifikaten für Energiepflanzen zur Biogaserzeugung wird lauter. Ein Bürgerforum des Bundesforschungsministeriums zur Energiewende verweist auf die Flächenkonkurrenz. Ein Bürgerforum hat für das Bundesforschungsministerium (BMBF) Empfehlungen für die Gestaltung der Energiewende erarbeitet. Im Ergebnisbericht, den Bundesforschungsministerin Annette Schavan gestern in Berlin entgegennahm, stehen konkrete Anforderungen an die Biogaserzeugung. „Die in Biogasanlagen einzusetzenden Stoffe müssen ein einheitliches Nachhaltigkeitszertifikat bekommen", heißt es in dem 35-seitigen Papier. Außerdem sollten nach dem Willen der Bürger Abfallprodukte wie Gülle, Biomüll und Klärschlamm verstärkt in Biogas umgewandelt werden und dafür Anreizsysteme speziell für Landwirte gefördert werden. An die Forschung gerichtet fordern die Autoren mehr Anstrengungen, um die Flächenkonkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelerzeugung zu lösen. „Zu den Zielkonflikten gehört beispielsweise der Anbau von Mais als Biomasse auf Flächen, die aber für Nahrungsmittel gebraucht werden", formuliert es der Ergebnisbericht. Dafür sollten sich Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungsbereichen zusammensetzen und diese Konflikte interdisziplinär angehen.

Schavan sagte zu, die Ergebnisse dieses Bürgerdialogs in die Gremien einzubringen, die sich mit der Gestaltung der Energiewende beschäftigen. In dem vom BMBF veranstalteten Bürgerdialog "Energietechnologien für die Zukunft" sind Vorschläge aus acht eintägigen Bürgerkonferenzen, 22 lokalen Bürgerwerkstätten sowie einem parallel geführten Online-Dialog eingeflossen. (sta)
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