Familienstreit

Nächste Runde im März 2016


Nachdem in der vergangenen Woche intensiv verhandelt worden war und eine Einigung zwischen Clemens Tönnies und seinem Neffen Robert greifbar nahe schien, platzte der Friedensschluss doch noch. Heute beschäftigte sich wieder das Landgericht Bielefeld mit dem Streit zwischen Onkel und Neffe. Im Mittelpunkt stand Josef Schnusenberg, der als Zeuge geladen war. Der Steuerberater und Nachlassverwalter bestätigte im Wesentlichen die Darstellung von Clemens Tönnies: Bernd Tönnies, Firmengründer, Vater von Robert und Bruder von Clemens, habe die Gleichstellung von Clemens mit Robert immer angekündigt, sich aber nie hinsichtlich eines Zeitpunkts festgelegt. Das Gericht ließ den Kontrahenten reichlich Zeit, sich doch noch ohne einen Richterspruch zu einigen. Der nächste Verhandlungstag wird erst im März 2016 stattfinden.

Gescheitert ist die außergerichtliche Einigung offenbar an einem Vorschlag von Robert Tönnies, der eine Auktion der Geschäftsanteile vorgeschlagen hatte, falls man sich in den kommenden drei Monaten nicht auf eine außergerichtliche Lösung einigen könne. Einen Verkauf schließe Clemens Tönnies jedoch kategorisch aus, berichtet die Lebensmittelzeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Konzernchefs. Mark Binz, Anwalt von Robert Tönnies, betont dagegen, dass sein Mandant beabsichtige, die Mehrheit an dem Unternehmen mit Hilfe eines Finanzinvestors übernehmen zu wollen. Clemens Tönnies kann in dem Rechtsstreit viel verlieren: Im Falle einer Niederlage vor Gericht, würde sein Neffe Robert Mehrheitsgesellschafter des Fleischkonzerns. (SB)
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