Biogasanlagen

Nährstoffe im Gärrest exakter bestimmen


Gärreste aus Biogasanlagen stellen einen wertvollen Dünger dar. Doch um diesen gezielt einsetzen zu können, muss der Landwirt wissen, welche Nährstoffe in welchen Mengen enthalten sind und wie sie nach Ausbringung im Boden wirken. Und das hängt stark davon ab aus welchem Ausgangsmaterial das Biogas produziert wurde. Mit Laboranalysen, Feldversuchen und Isotopenanalysen nehmen Wissenschaftler der Universität Hohenheim nun verschiedene Gärreste unter die Lupe. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) fördert das Forschungsprojekt mit knapp 480.000 Euro.

Mineraldüngeräquivalente berechnen

„Wir untersuchen die Stickstoff- und Humuswirkung verschiedener Gärreste, also welche Nährstoffe und Kohlenstoffverbindungen in welchen Mengen enthalten sind und wie sich diese nach der Feldapplikation verhalten“, skizziert Dr. Kurt Möller vom Fachgebiet Düngung und Bodenstoffhaushalt an der Universität Hohenheim das Forschungsprojekt. Mit diesen Kenntnissen, kann der Landwirt Gärreste in Mineraldüngeräquivalente umrechnen und den Dünger bedarfsgerecht und gezielter ausbringen. Die Forscher betreiben zu diesem Zweck 40 kleine Versuchs-Biogasanlagen mit unterschiedlichen Substraten wie Mais, Kleegras, Zuckerrüben, Schweinegülle oder Gülle aus der Milchviehhaltung. An der Universität Hohenheim liegt das Augenmerk vor allem auf den Inhaltsstoffen der Gärreste wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und andere Nährsalze gerichtet. Die Bodenkundler an der Universität Rostock dagegen nehmen die organischen Bestandteile und die Humuswirkungen ins Visier.

Mit Substratauswahl Düngewirkung steuern

Um die Ergebnisse schließlich auch unter realen Bedingungen zu erproben, ergänzen Feldversuche mit Gärresten aus Praxisanlagen das Programm. In diesen Biogasfermentern werden überwiegend Mais, Kleegras, Geflügelmist, Bioabfälle oder Milchviehgülle vergoren. Die Forscher analysieren jeweils die Gehalte an Stickstoff und zahlreicher weiterer Nährstoffe und schätzen die Düngewirkung der Gärreste im Feld ab. Am Ende des Projektes in knapp zwei Jahren wollen die Forscher nicht nur die verschiedenen Gärreste so genau charakterisieren können, dass die Landwirte sie bedarfsgerechter einsetzen können. „Wir möchten auch Grundlagen dafür erarbeiten, dass die Biogasproduzenten über das Substratmanagement ihres Fermenters gezielt die Düngewirkung der Gärreste beeinflussen können“, resümiert PD Dr. Möller.“ (SB)
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