Nationale Agrarpolitik als Korsett

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Die am vergangenen Freitag vom Bundesrat beschlossene Verordnung zur Haltung von Legehennen werde dazu führen, dass in Deutschland bis zu 30.000 Arbeitsplätze in der Branche gefährdet sind, sagte Dr. Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bonn, am Freitag in Bad Nauheim bei einer Podiumsdiskussion des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ). Seiner Meinung nach seien mit den kürzeren Laufzeiten für die Käfighaltung auch Verluste von Marktanteilen in der EU vorprogrammiert.

Born unterstrich, dass auch der DBV bereit sei, den Weg einer tierschutzgerechten Landwirtschaft in Deutschland mitzugehen. Dazu gehört seiner Meinung nach auch, die Käfige in der Legehennenhaltung abzuschaffen. "Allerdings ist es der falsche Weg, dies im nationalen Alleingang tun zu wollen", sagte Born. Er appellierte an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BML), Bonn, "bei allen Bemühungen unbedingt auch den europäischen Geleitzug mitzunehmen. Sonst behalten wir eine Rest-Landwirtschaft, die hochpreisige Segmente abdeckt. Aber die breite Landwirtschaft geht uns verloren", warnte der DBV-Generalsekretär. (Sz)
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