Im vorigen Jahr fiel vor allem die Entwicklung in Europa überdurchschnittlich positiv aus, meldet der Verband. Insgesamt bewirtschaften aktuell 43.000 Naturland Bäuerinnen und Bauern in 46 Ländern der Erde eine Fläche von mehr als 277.000 ha. Das sind rund 5.000 Bäuerinnen und Bauern mehr als vor einem Jahr. Die Fläche legte um 4,7 Prozent zu.

In Deutschland werden jetzt 9,4 Prozent mehr Fläche als vor Jahresfrist nach Naturland-Kriterien bewirtschaftet: insgesamt rund 165.000 ha. Dazu kommen noch rund 54.000 ha nach Naturland-Richtlinien bewirtschaftete Waldfläche. Die Zahl der deutschen Naturland Betriebe stieg um 7,3 Prozent auf nun 3.127 Betriebe. „Die Nachfrage nach Bio aus Deutschland ist hoch. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass das Wachstum auch weiter anhalten kann“, sagte Naturland Geschäftsführer Steffen Reese. Naturland sei weiterhin aktiv auf der Suche nach Umstellern in allen Bereichen.
 

Südeuropa nutzt Nachfrage

Ein starkes Interesse spürt Naturland im europäischen Ausland und kann eine Wachstum um 25 Prozent an Betrieben wie auch an Fläche verbuchen. Ein Schwerpunkt des Wachstums war Südeuropa, vor allem Italien und Spanien. Hintergrund ist die steigende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach frischem Obst und Gemüse auch in den Wintermonaten.

Außerhalb von Europa konnten zahlreiche Kooperativen, die durch Naturland Zugang zum deutschen Markt bekommen, ihre Produktion ausweiten. Stärkere Zuwächse gab es beispielsweise in Uganda (Kaffee), Sri Lanka (Gewürze, Kokos) und Vietnam (Öko-Shrimps-Aquakulturen). Mehr als 4.300 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gehören nun auch zur Naturland Gemeinschaft. Erstmals zertifiziert Naturland nun auch einen Betrieb in Argentinien, der Zuckerrohr anbaut.

Überblick über die gesamte Kette

Dank eigener Mitarbeiter vor Ort sowie regelmäßiger Besuche sind dabei auch die internationalen Naturland Betriebe eng an den Verband angebunden. „Diese Nähe zu unseren Bauern – regional und weltweit – zeichnet Naturland zertifizierte Produkte aus“, sagte Reese. „Und wenn in einer Tafel Schokolade öko-fairer Kakao aus der Dominikanischen Republik, öko-fairer Rohrzucker aus Paraguay und öko-faire Milch aus Deutschland verarbeitet werden, dann gewinnen alle – Bauern, Verarbeiter, Handel und Verbraucher –, weil sie Teil einer Kette des gemeinsamen und verantwortungsvollen Handelns sind“, unterstrich der Naturland Geschäftsführer. (brs)
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