Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gehen die Pläne von Bundesagrarministerin Ilse Aigner nicht weit genug. Die Organisation fordert verbindliche Ziele zur Verminderung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung.

Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) geplanten Änderungen am Arzneimittelgesetz führten nicht zur notwendigen Verringerung des Antibiotika-Einsatzes, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Erforderlich seien klare Reduktionsziele für Antibiotika wie es sie in Dänemark und den Niederlanden bereits gebe sowie eine bundesweite Erfassung aller Daten zum Antibiotika-Einsatz in den Ställen.

Die von Aigner vorgeschlagene Meldepflicht für Antibiotika-Verschreibungen sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Aber ohne klare Reduktionsziele könnten Mastanlagenbetreiber im kommenden Jahr den Antibiotika-Einsatz sogar noch steigern. Hinzu komme, dass Zuchtanlagen und Fischfarmen von der Neuregelung ganz ausgenommen werden sollten.

Mit ihrem derzeitigen Gesetzentwurf werde Aigner den Missbrauch von Tierarzneimitteln nicht abstellen können. Auf die Tagesordnung von Parlament und Regierung gehöre ein verbindlicher Plan zur Halbierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung bis 2015, sagte Weiger. (sch)
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