Nervosität der süddeutschen Müller wächst


Die Niederschläge in diesen Tagen lassen die Nervosität am süddeutschen Getreidemarkt steigen. Was jetzt noch an Weizen und teilweise auch Roggen geerntet wird, ist für die Mehlmühlen voraussichtlich nicht mehr geeignet. Nach Ansicht des Bayerischen Müllerbundes in München stehen im Freistaat noch 60 bis 70 Prozent des Weizen auf den Feldern. Südlich der Donau ist vielerorts der Auswuchs mit bloßem Auge zu erkennen. Im Schnitt haben die Fallzahlen ein bedenklich niedriges Niveau erreicht. Der Proteingehalt ist als Qualitäts- und Preisparameter in den Hintergrund getreten. Die Verarbeiter müssen sich verstärkt übergebietlich versorgen. Bereits jetzt wirkt sich dies zum Beispiel auf den österreichischen Markt mit steigenden Preisen aus. Der Müllerbund beobachtet in jüngster Zeit größere Lieferungen aus dem Nachbarland nach Bayern.

Auch die Roggenpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich nach oben gegangen. Hinsichtlich der Fallzahlen halten sich die neueren Roggensorten erstaunlich gut. Die Fallzahlstabilität sei geradezu überraschend, versichern Verarbeiter. In Bayern wird gegenwärtig kaum Weizen oder Roggen angeboten. Die wenigen brauchbaren Partien, die auf den Markt kommen, werden nach Ansicht des Bayerischen Müllerbundes mit "übertriebenen Preisaufschlägen" seitens der Erzeuger und des Handels offeriert. (HH) 
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