Für die deutschen Zuckerhersteller könnten die Preisabsprachen noch teuer werden. Mit Nestlé beteiligt sich nun auch ein Schwergewicht der Lebensmittelbranche an den Klagen gegen das Kartell. „Wir haben am 30. Juni beim Landgericht Mannheim gegen die Unternehmen Südzucker AG, Nordzucker AG und die Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG Klage eingereicht“, bestätigt ein Nestlé-Sprecher gegenüber der Lebensmittel Zeitung.

Auch Bauer, Ehrmann und Zentis wollen Geld zurück

Neben Nestlé haben auch Bauer, Ehrmann und Zentis am 31. Juli Klage gegen die drei Kartellanten eingereicht. Wie eine Gerichtssprecherin des Landgericht Kölns bestätigt, treten die drei Unternehmen gemeinschaftlich als „Zuckergeschädigten Klage KG“ auf. Dem Vernehmen nach beläuft sich die Forderung auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Darüber hinaus klagt auch Lambertz seit Ende Juli vor dem Landgericht Köln gegen die drei Zuckerhersteller.

Molkerei-Riesen bereiten Klage vor

Des Weiteren bereiten die großen Molkereien DMK, Friesland Campina und Müller Milch eine Klage vor, die nach LZ-Informationen in den nächsten Wochen beim Landgericht Mannheim eingereicht werden soll. Dort klagen bereits Vivil (1,3 Mio. €) und Katjes (37,2 Mio. €) gegen die drei Kartellanten. Mehrere Getränkeabfüller und Betriebe der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie sowie namhafte Handelsunternehmen prüfen ebenfalls Schadenersatzforderungen. Seriösen Schätzungen zufolge könnten sich die Gesamtforderungen gegen die Zuckerhersteller auf rund 600 Mio. € summieren.

Kartellstrafe wegen Absprachen

Das Bundeskartellamt hatte gegen die drei großen deutschen Zuckerhersteller Pfeifer & Langen, Südzucker AG und Nordzucker AG Bußgelder in Höhe von rund 280 Mio. € verhängt. Vorgeworfen wurden den Unternehmen Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen bei Verarbeitungs- und Haushaltszucker im Zeitraum von 2009 bis 1995. (az)
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