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Ähnlich wie zuvor schon Irland, Griechenland, Spanien und Portugal werden auch die zehn Länder der jüngsten EU-Erweiterungsrunde stark von den Strukturförderungen der Union profitieren. Laut einer Analyse der Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) erwarten die S&P-Experten auch für die zehn neuen EU-Länder langfristig positive Auswirkungen der Strukturförderungen für den wirtschaftlichen Aufholprozess. Vor allem die Produktivität und die Beschäftigung dürften deutlich ansteigen, heißt es in der Studie. Dabei gebe es jedoch einige Hürden. Vor allem die Kapazität der neuen EU-Mitglieder zur Verwaltung und entsprechenden Verteilung der EU-Förderungen werde kurz- bis mittelfristig wahrscheinlich nicht ausreichen.

Schon die Förderprogramme PHARE und ISPA, welche die acht Mittel- und Osteuropäischen Länder (MOEL) seit dem Jahr 2000 auf den EU-Beitritt und die künftigen Förderungen vorbereiten sollten, konnten vor allem wegen der ungenügenden administrativen Strukturen bei weitem nicht voll ausgeschöpft werden. Daher werden nach Ansicht von S&P auch die jetzt zur Verfügung stehenden Strukturförderungen erst nach und nach ausgeschöpft werden können. Die EU-Gelder werden vor allem in Form von Regionalförderungen für so genannte "Ziel 1-Gebiete", als Zahlungen aus dem Kohäsionsfonds (für Länder mit einem Bruttosozialprodukt pro Kopf unter 90 Prozent des EU-Durchschnitts) und als günstige Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) fließen. Für die Jahre 2004 bis 2006 sind für die Ziel 1-Förderungen und den Kohäsionsfonds rund 22 Mrd. EUR (zu Preisen von 1999) für die zehn neuen EU-Mitglieder budgetiert. Die meisten Regionen in diesen Ländern sind Ziel 1-Gebiete und alle Länder erfüllen die Bedingungen für Subventionen aus dem Kohäsionsfonds.

Schwierig sei auch die richtige Verteilung der Gelder. Die Erfahrungen der früheren Erweiterungsländer hätten gezeigt, dass die Konzentration der Subventionen auf wenige Projekte und Regionen wesentlich effektiver sei als die Verteilung nach dem Gießkannenprinzip. (AIZ)

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