Die sächsische Landesregierung legt neue Hilfsmaßnahmen für die Opfer des Hochwassers im August auf. Eine Förderung erhalten auch landwirtschaftliche Betriebe. Das Sächsische Kabinett hat heute ein Paket von Hilfsmaßnahmen beschlossen, von dem auch die Landwirtschaft profitieren soll. Laut dem sächsischen Agrarministerium hat das Hochwasser vergangene Woche rund 1 400 ha Grün- und Ackerland überflutet. "Landwirte, die durch die Katastrophe in Existenznot geraten sind, können über die Richtlinie Krisen- und Notstände Hilfen erhalten, um die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken", sagte Agrarminister Frank Kupfer heute im Anschluss an die Kabinettsitzung. Darüber hinaus könnten notwendige bauliche Investitionen über die Förderrichtlinie "Land- und Ernährungswirtschaft" mit bis zu 50 Prozent gefördert werden.

Nach Informationen des sächsischen Landesbauernverbands (SLB) kann Landwirten außerdem die Einkommensteuer ganz oder zum Teil erlassen werden, wenn durch die Hochwasserschäden Ertragsausfälle eingetreten sind. Der SLB beziffert die bisher erfassten Schäden im landwirtschaftlichen Bereich auf 2,5 Mio. €. Allerdings falle die Rückmeldung von betroffenen Landwirten beim Verband bisher noch verhalten aus. Weiter weist der SLB darauf hin, dass Hochwasserschäden innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Eintritt des Schadens beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie angezeigt werden müssten, um Förderungen zu erhalten.

Unterdessen sinken die Flusspegel in Sachsen trotz wiederholter Regenfälle weiter. Auch in Brandenburg haben sich bislang die Regenfälle aus der Nacht zum Dienstag wenig ausgewirkt. Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam rechnet aber ab dem Nachmittag erneut mit starken Niederschlägen. Dadurch könnte sich die Hochwassersituation wieder verschärfen. (sta)
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