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Eine auf den Rapsanbau zugeschnittene "Push and Pull"-Strategie zur Schädlingsbekämpfung hat Dr. Sam Cook, Rothamstad Research, kürzlich in Göttingen vorgestellt. Push and Pull-Strategien werden seit längerem in Entwicklungsländern vor allem im Maisanbau erfolgreich eingesetzt. Dabei sollen Schädlinge aus der Hauptkultur vertrieben (Push) und an anderer Stelle angelockt werden (Pull), wo sie einfacher aus dem System entfernt oder bekämpft werden können. Als Push-Komponenten könnten Stoffe dienen, die die Schädlinge beim Fressen oder der Eiablage stören.

Für Raps haben britische Forscher festgestellt, dass Sorten mit geringeren Alkenyl-Glucosinolat-Gehalten weniger von Schädlingen angeflogen wurden. Abschreckend wirkten auch Lavendelöl und ein Markierungspheromon des Kohlschotenrüsslers, berichtet der AID Infodienst, Bonn. Randstreifen mit Rübsen, die aufgrund höherer Glucosinolat-Gehalte von den Rapsschädlingen bevorzugt werden, können Cook zufolge als Pull-Komponente verwendet werden. Konzentrieren sich die Schädlinge auf den Fangpflanzen, können sie effektiv bekämpft werden. Eine Randbehandlung ist dann in der Regel ausreichend. Zurzeit liegen wenig Erkenntnisse darüber vor, wie sich die neuen Konzepte auf die Feinde der Rapsschädlinge auswirken. Hier bestehe noch Forschungsbedarf. (ED)

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