Getreidevermarktung

Neue Strategien erforderlich


Für das noch in der Landwirtschaft lagernde Getreide bietet der Export Absatzchancen.
-- , Foto: Max Müller/pixelio
Für das noch in der Landwirtschaft lagernde Getreide bietet der Export Absatzchancen.

„Die Marktsituation für Getreide hängt zunehmend von globalen Faktoren ab", so Konrad Weiterer, Präsident des Bundesverbandes Agrar (BVA) auf der heutigen Jahrespressekonferenz der Organisation in Berlin. Neben dem Witterungsverlauf spiele auch die Entwicklung der Währung eine entscheidende Rolle für die Preisbildung. Nach drei Rekordernten in Folge lägen die globalen Weizen- und Maisbestände auf einem Rekordhoch. Ware in der Hoffnung auf steigende Preise zurückzuhalten, habe in diesem Wirtschaftsjahr nicht zu höheren Erlösen geführt, betonte der BVA-Präsident. In diesem Umfeld gewönnen daher die kontinuierliche Vermarktung für die Erzeuger an Bedeutung und sollte in der Verkaufsstrategie stärker berücksichtigt werden, empfahl er. Eine Überlagerung von Getreide, wie sie seit Wochen in der Landwirtschaft diskutiert wird, sieht Weiter kritisch. Landwirte sollten stattdessen die aktuelle Exportnachfrage nutzen, und sich von ihrem noch auf den Höfen liegenden Weizen trennen. Auch die Mischfutterindustrie bietet bis zur Ernte noch Absatzmöglichkeiten.

Für die neue Ernte seien bisher nur sehr geringen Mengen kontrahiert worden, erklärte Weiterer. Für Weizen lägen die Kontrakte mit acht Prozent der Menge für den Zeitraum von sechs Jahren auf einem Tiefstand. Auch Raps sei mit einer Menge von unter 20 Prozent bisher nur sehr wenig vertraglich gebunden. Die hohen globalen Bestände würden auch bei einer geringeren Ernte in Deutschland preisdämpfend wirken, zeigt sich Weiterer überzeugt. Dabei seien nach einem milden und regenreichen Winter derzeit sogar alle Voraussetzungen für eine gute Ernte in diesem Jahr gegeben. (jst)
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