Baywa

Neue Vorwürfe gegen BAH


So sollen bereits in der Vergangenheit tausende Tonnen Düngemittel nicht vorschriftsmäßig und damit umweltgefährdend gelagert worden sein. Zudem sei ein Handel mit nicht verkehrsfähigen Pflanzenschutzmitteln betrieben worden. In diesem Zusammenhang wird auch von einem umfangreichen Import nicht zugelassener Präparate berichtet. Nach Auskunft von Mitarbeitern müssen mindestens 100 t an nicht verkehrsfähigen Pflanzenschutzmitteln sachgerecht entsorgt werden. Ein Vorgang, der nach Einschätzung von Beobachtern Millionen kosten könnte. Die Baywa geht dagegen davon aus, dass die "Mängelbehebung keine nennenswerten finanziellen Auswirkungen auf den Konzern hat".

Ausgelöst wurden die Revision bei der BAH wohl durch Dritte. Anlässlich der agritechnica in Hannover erhielt der Baywa-Vorstand konkrete Hinweise, die ihn umgehend zum Handeln veranlassten. Vier von sechs BAH-Geschäftsführern wurde bereits gekündigt und freigestellt. Einer davon wurde fristlos entlassen. Die wirtschaftlichen Ergebnisse der BAH seien höchst unbefriedigend, heißt es in der Baywa.

Inzwischen zeichnet für das Betriebsmittelgeschäft der BAH Roland Schuler verantwortlich. Schuler vertritt als Vorstandsmitglied das Ressort Baywa Agri Services. Insider beklagen gegenüber agrarzeitung.de, dass vor der Teilübernahme der Bohnhorst Agrarhandelsgesellschaft im Jahre 2012 die Agrarfachleute der Baywa AG aus München nicht konsultiert wurden. Die Kontrollen vor der Übernahme seien unzureichend gewesen.  „Dies war die einsame Entscheidung des Baywa Vorstandes“, so ein Beobachter.  (HH)
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