Neue WTO-Runde erfordert Kompromisse


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Um eine neue WTO-Runde auf den Weg bringen zu können, müssen die Industrie- und Entwicklungsländer noch Kompromisse finden, da noch einige grundlegende Meinungsverschiedenheiten bestehen. Die Chancen, dass sich die 142 WTO-Mitgliedstaaten in der bis morgen dauernden Ministerkonferenz in Doha einigen werden, sind besser als in Seattle vor zwei Jahren, meinte EU-Handelskommissar Pascal Lamy.

Die EU und die USA wollen Umwelt- und Sozialstandards international verankern. Vor allem die EU möchte, dass diese Aspekte sowie Tierschutz und Lebensmittelsicherheit einen größeren Stellenwert bekommen. Sie möchte möglichst Standards festlegen dürfen, die auch den Handel mit Drittstaaten betreffen.

Viele Entwicklungsländer, aber auch die USA und die Cairns-Gruppe sehen dagegen in diesen so genannten "Non-Trade-Concerns" nur die versteckte Absicht der Europäer, sich mit ihren gesetzten Standards vor Agrarimporten schützen zu wollen.

Die Entwicklungsländer beklagen das Wohlstandsgefälle auf der Welt und sehen ihre Entwicklungschancen noch weiter eingeschränkt, wenn sie kostenträchtige Umweltauflagen aufgedrückt bekommen und die Arbeit teurer wird. Einen Überblick über die Verhandlungspositionen im Agrarsektor für eine kommende WTO-Runde bietet AgroOnline unter der Rubrik Extra: WTO. (Mö)
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