Neuer Fahrplan mit Mecosur-Ländern

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Die EU hat vergangenen Freitag mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern einen neuen Verhandlungsfahrplan abgestimmt. Die ins Stocken geratenen Verhandlungen um eine Freihandelszone zwischen der EU und den Mecosur-Ländern sollen 2006 wieder aufgenommen werden und möglicherweise auch im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay fordern einen besseren Zugang zu den europäischen Agrarmärkten. Dienstleistungsunternehmen aus der EU setzen dagegen auf Investitionsmöglichkeiten in Südamerika, die durch ein Freihandelsabkommen erleichtert werden sollen. Der damalige Agrarkommissar Franz Fischler hatte den Südamerikanern Einfuhrkontingente für Rindfleisch, Geflügel und Bioethanol angeboten. Die Mengen für die zusätzlichen Importe überzeugten die Mercosur-Vertreter damals nicht, weshalb die Verhandlungen Ende 2004 auf ungestimmt Zeit verschoben worden waren. Der neue Fahrplan birgt Vorteile für die Europäer. Diese wollten die Auflagen aus den WTO-Verhandlungen mit möglichen Zugeständnissen an die Südamerikaner abgleichen, um nicht doppelt "zahlen" zu müssen. Im Lauf des Jahres 2006 sollte für die EU leichter zu erkennen sein, wohin die Reise bei der WTO geht. (Mö)
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