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In Österreich könnte bald ein neuer Kraftstoff "Bio-CNG" zur Konkurrenz für andere Biotreibstoffe werden. Konkret sollen verdichtetes Erdgas (CNG=Compressed Natural Gas) und aufbereitetes Biogas (CBG=Compressed Biogas) gemeinsam als "Bio-CNG" vertrieben werden, wobei der Anteil von Biogas mindestens 20 Prozent betragen wird. Für die Markteinführung dieses Kraftstoffs setzt sich die Plattform "Bio-CNG" ein, ein Zusammenschluss von OMV, Wien Energie Gasnetz GmbH, erdgas oö., klima:aktiv biogas, der Landwirtschaftskammer Österreich sowie dem Österreichischen Biomasse-Verband. Bis zum Jahr 2013 könnten rund 100.000 Fahrzeuge damit betrieben werden, lautet das Ziel. Dafür würden allerdings bei einer durchschnittlichen Produktionskapazität einer Biogasanlage von 1 Mio. kg pro Jahr etwa 20 neue Biogasanlagen mit einer Leistung von jeweils 700 bis 800 kW und einem Bedarf an Mais und Grünpflanzen von einer Fläche von etwa 5.000 ha benötigt, so die Initiatoren.

Neben der Einführung des neuen Kraftstoffs und der Ankurbelung der Nachfrage nach Methanfahrzeugen müsse gleichzeitig die Infrastruktur rasch ausgebaut werden. Bis 2010 sind in ganz Österreich rund 200 Tankstellen geplant, an denen jährlich jeweils bis zu 1,5 Mio. Normkubikmeter (rund 1 Mio. kg) Gas verkauft werden sollen. Darüber hinaus fordern die Initiatoren aber auch ein klares Bekenntnis der Politik. CNG und CBG seien derzeit von der Mineralölsteuer befreit, dies müsse auch für das Gemisch so bleiben. Des Weiteren fordern sie eine Befreiung von der Erdgasabgabe sowie eine Senkung der Umsatzsteuer von 20 auf 10 Prozent für die neue Kraftstoffmarke Bio-CNG und für reines Biogas. (AIZ)

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