Das Unternehmen Bresaole Pini Srl aus dem Veltin im Norden Italiens plant den Bau eines Schlachthofes in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Ein entsprechender Förderantrag soll laut der Lokalpresse dem Wirtschaftsministerium des Landes vorliegen.

Gedacht ist eine Kapazität von 1.000 Schweinen pro Stunde, bis zu 2500 Arbeitsplätze zum Mindestlohn sollen dort entstehen. Der agrarpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Bernhard Daldrup begrüßte dieses Vorhaben: „Durch die Investition von 25 Mio. € wird die Ernährungsindustrie im Land weiter gestärkt und zahlreiche Jobs für die Region entstehen“, erklärte er. Nach Einschätzung des CDU-Politikers verfügt Sachsen-Anhalt als das Flächenland mit dem kleinsten Viehbestand noch über Potentiale auf dem Gebiet der Veredlung.

Wesentlich kritischer wird die geplante Investition vom regionalen Bauernbund und dem BUND eingeschätzt. „Ein Schlachthof in derartiger Größe lässt sich nur betreiben, wenn große Schweinepartien von industrialisierten Großbetrieben kommen“, so Kurt-Henning Klamroth, Präsident des Bauernbundes Sachsen-Anhalt. Der Bauernbund befürchtet, das dies zulasten der bäuerlichen Familienbetriebe gehe. Deshalb will der Verband gemeinsam mit dem BUND die Anwohner informieren und mobilisieren.

Das italienische Unternehmen ist bekannt für seinen luftgetrockneten Rinderschinken (Bresaola) mit großen Schlachthöfen in Ungarn und Polen. Es plant den Schlachthof mit angeschlossener Verarbeitung im Industriegebiet in Bernburg an der A14. Dieser würde in deutlicher Konkurrenz zum Schlachtbetrieb Weißenfels des Unternehmens Tönnies treten. (hed)
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