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Mehrere ukrainische Agrarpolitiker haben an die landwirtschaftlichen Betriebe und regionalen Exekutivorgane nachdrücklich appelliert, sich den Preissenkungen bei Getreide aus der neuen Ernte zu widersetzen. Der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Pawel Gajduzkij, machte während einer zentralen Telefonkonferenz zum Verlauf der Erntekampagne deutlich, trotz einer zu erwartenden Steigerung der Getreideerzeugung um mehr als 40 Prozent gegenüber den beiden zurückliegenden Misserntejahren auf gut 35 Mio. t würden keine Überschüsse entstehen. Daher sollten die landwirtschaftlichen Betriebe auf billigere Sofortangebote von Händlern nicht hereinfallen, sondern mit dem Verkauf von Getreide abwarten. Außerdem sei der früher verbreitete Tausch von Getreide gegen Betriebsmittel wie Kraftstoff oder Pflanzenschutzpräparate zu vermeiden, da derartige Kompensationsgeschäfte in der Regel zu Ungunsten der Agrarproduzenten verliefen.

Nach Auffassung des ukrainischen Ministers für Agrarpolitik, Iwan Kirilenko, sollten die Landwirtschaftsbetriebe Gerste aus der neuen Ernte zu den Preisen nicht unter 45,00 UAH/dt (19,01 DM/dt) und Brotweizen nicht unter 72,00 UAH/dt (30,55 DM/dt) absetzen. Die Erzeugerpreise für Futterweizen dürften das Niveau von 55,00 UAH/dt (23,34 DM/dt) nicht unterschreiten.

Der für die Agrar- und Ernährungswirtschaft zuständige stellvertretende Ministerpräsident des Landes, Leonid Kosatschenko, wies die Provinzverwaltungen auf ihre Pflicht hin, "zivilisierte Verhältnisse" für den Getreidehandel zu gewährleisten. Außerdem gehöre zu deren Aufgaben die Schaffung von Voraussetzungen für eine gebührende Kreditversorgung der Landwirtschaft zur Absicherung der Feldarbeiten. (pom)
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