Durchbruch

Neues Herbizidsystem für US-Farmer

Die US-Umweltagentur (EPA) hat das Herbizid Enlist Duo in sechs US-Bundesstaaten zugelassen. Das Totalherbizid wird im Paket mit Mais- und Sojasorten angewendet, die durch eine gezielte gentechnische Veränderung gegen die Enlist-Kombination tolerant sind. Für diese Sorten hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) nach sehr langer Prüfung ebenfalls kürzlich grünes Licht gegeben.

Das Herbizid Enlist Duo ist eine für Dow Agro Sciences geschützte Kombination und besteht aus den Wirkstoffen 2,4-D und Glyphosat. Weil sie auf zwei verschiedenen "Modes of Action" (MoA) beruhen, bietet die Kombination ein Werkzeug zur Eindämmung von Resistenzen.

Resistenzen auf Millionen von Hektar

Damit haben US-Farmer eine Alternative zu Roundup-Ready-Sorten. Denn gegen den Wirkstoff Glyphosat im Soloeinsatz treten zunehmend Resistenzen auf. Fachleute schätzen, dass Roundup mittlerweile auf fast 30 Mio. ha Agrarfläche in den USA nicht mehr vollständig wirkt.

Die Zulassung ist in den sechs Bundesstaaten Illinois, Indiana, Iowa, Ohio, South Dakota und Wisconsin gültig. Sie repräsentieren einen großen Anteil am Corn-Belt, dem Hauptanbaugebiet von Mais. In zehn südlicheren Bundesstaaten prüft die EPA zurzeit noch die Auswirkungen auf die Biodiversität.

Nach der Zulassung für die Enlist-Traits in Mais und Sojabohnen sowie dem Herbizid Enlist Duo kündigt Dow Agro Sciences an, dass es in den nächsten Wochen seine konkreten Pläne zur Markteinführung des Systems bekannt geben wird. Tim Hassinger, der die Agrarsparte des US-Konzerns Dow Chemical leitet, sprach am Mittwoch von einem "Durchbruch" für sein Unternehmen.

EU-Zulassung für Importe fehlt

Bei der Vermarktung der neuen Enlist-Sorten müssen die Amerikaner auch Auswirkungen auf Handelsströme von Mais und Soja berücksichtigen. Die Sorten haben weder in der EU noch in China eine Importgenehmigung. (db)
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