Vier norddeutsche Meiereien investieren 64 Mio. € in ein modernes Milch­trocken­werk. Ab Anfang 2014 sollen hier bis zu 600 Mio. kg Milch/Jahr verarbeitet werden.

Die genossenschaftlichen Meiereien Barmstedt, Schmalfeld-Hasenmoor und Wasbek sowie der Uelzena, Uelzen wollen in einem Kooperationsprojekt in Neumünster das europaweit modernsten Milch­trocknungs­werke bauen. Dort sollen in Zukunft überschüssige Milch­mengen der beteiligten Meiereien zu Milchpulver und Milchpulverspezialitäten verarbeitet werden.

Das Projekt, zu dem jetzt der Spatenstich erfolgte, wird mit vier Mio. € aus EU-, Bundes- und Landesmitteln bezu­schusst. Das Milchwerk am Standort Neumünster in Schleswig-Holstein soll ab Anfang 2014 seine kontinuierliche Produktion aufnehmen und bis zu 600 Mio. kg Milch im Jahr verarbeiten. Diese Investition trage zur Stabilisierung des Milchgeldes bei, heißt es in der Mitteilung des Genossenschaftsverbandes.

Schleswig-Holstein hat einen Selbstversorgungsgrad von aktuell rund 250 Prozent. Daher müssen aus wirtschaftlichen Gründen optimale Verwertungen gefunden werden, die neben der Produktion von Käse oder Butter sowie Frischmilchprodukten eben auch in der Milchtrocknung liegen und das Produktionsprogramm der Meiereien damit optimal ergänzen.

Wegen seiner langen Lagerfähigkeit und seiner guten Transportfähigkeit ist Milchpulver auf den Weltmärkten ein gefragtes Produkt, das besonders in heißeren Weltregionen eine wichtige und hochwertige Grundlage zur Nahrungsergänzung der Menschen darstellt.

Auf den Weltmärkten wird nach OECD-Prognosen mit einer steigenden Nachfrage nach Magermilchpulver gerechnet. Die Gründe liegen insbesondere im erwarteten Bevölkerungswachstum, in Einkommenssteigerungen in Schwellen- und Ent­­wicklungs­länden sowie in veränderten Konsumgewohnheiten.

Einer Ausweitung auf weitere Gesellschafter sowie auf neue Milchlieferanten steht nach Auffassung der vier Kooperationspartner nichts im Wege. (hed)
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