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Ein neues Pflanzenstärkungsmittel gegen die gefürchtete Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln ist von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) entwickelt worden. Ein 5prozentiger Rhabarbertee führe bei vorbeugender und wöchentlicher Spritzung zu einem gesicherten Mehrertrag von durchschnittlich 12 Prozent im Vergleich zu unbehandelten Kartoffeln, erklärte Dr. Annegret Schmitt vom Institut für biologischen Pflanzenschutz der BBA, Darmstadt, heute vor Journalisten in Frankfurt a.M. Vor allem im ökologischen Landbau könnte die Mischung, die derzeit noch erlaubten biotoxischen Kupferpräparate ersetzen. Die Kartoffelpflanzen bildeten als Reaktion auf die insgesamt etwa sieben erforderlichen Spritzungen Abwehrstoffe gegen den Krankheitserreger, dessen Entwicklung dadurch kurzzeitig verzögert werde. Zwar erkrankten auch die mit dem Rhabarbertee behandelten Kulturen, jedoch reiche die Verzögerung den Kartoffeln aus, um den gewünschten Ertrag zu produzieren. Bislang gibt es allerdings noch kein Unternehmen, das die Neuentwicklung kommerziell nutzen will. (KK)
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