Fleischverarbeiter

Neuland-Schlachthof beantragt Insolvenz


Die größte Vertriebsgesellschaft für Fleisch mit dem Tierschutzsiegel „Neuland", die Neuland GmbH Produktvermarktung in Bad Bevensen hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Unternehmen sei überschuldet, der Geschäftsbetrieb laufe weiter, berichtet die Tageszeitung (taz). Das im niedersächsischen Bad Bevensen ansässige Unternehmen begründete die Überschuldung unter anderem mit der „Insolvenz eines wichtigen Großkunden". Bis heute sei ungeklärt, ob eine Versicherung für den Schaden aufkommt. Aus eigener Kraft habe die Gesellschaft die wirtschaftliche Fehlentwicklung nicht ausgleichen können. Jetzt wolle die Geschäftsführung mit Hilfe eines Insolvenzplans, „die Gesellschaft wieder auf Kurs bringen".

Neuland leidet bis heute unter einem Betrugskandal, der 2014 bekannt wurde. Billigeres konventionelles Fleisch war als teurere Ware mit dem Siegel verkauft worden. Neuland produziert mit konventionellem Futter, schreibt aber mehr Platz im Stall als in herkömmlicher Haltung vor. Der Marktanteil ist mit unter 0,5 Prozent zwar sehr gering, aber Umweltschützern galt das Label lange als Beleg dafür, dass Tiere auch unter wirtschaftlichen Bedingungen besser gehalten werden können als in normalen konventionellen Ställen.

Die Neuland GmbH Produktvermarktung in Bad Bevensen ist Lizenznehmer des Neuland e.V. und bietet seit 1991 Fleisch aus  der Region an. In der Produktion vor Ort sind nach Unternehmensangaben 14 Fleischer beschäftigt. Die Tiere werden nach den Grundsätzen von Neuland gehalten und geschlachtet. Der Schlachthof beliefert Fleischereien und Großküchen in einem Gebiet von Berlin bis Emden und Kiel bis Braunschweig. (SB)
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