Der Verein Neuland, der für tiergerechte und umweltschonende Haltung in der Landwirtschaft steht, kündigte am Mittwoch in Berlin an, seine Mitgliedsbetriebe künftig mindestens einmal pro Jahr unangemeldet zu kontrollieren, so berichtet LZ-net. Außerdem solle der Warenfluss verstärkt überwacht werden. Hintergrund der Ankündigung sind zwei Betrugsfälle, bei denen Fleisch zu unrecht mit dem Neuland-Siegel etikettiert wurde.

Dabei geht es um eine Vertriebsgesellschaft in Baden-Württemberg und einen Fall in Niedersachsen. Der niedersächsische Landwirt habe jahrelang konventionell gehaltenes Mastgeflügel eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Ware verkauft, so berichtet der scheidende Geschäftsführer von Neuland, Jochen Dettmer.

Unter dem Neuland-Siegel dürfe aber nur Fleisch aus tiergerechter und umweltschonender Haltung angeboten werden, das im Handel entsprechend teurer ist. „Das Projekt Neuland lebt zentral von seiner Glaubwürdigkeit“, betonte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Hubert Weiger.

Zusammen mit dem Präsidenten des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Martin Schulz, will Weiger auch den neuen Vorstand des Neuland-Vereins bilden. Die drei Verbände tragen den Verein. Zurzeit gehören rund 150 Betriebe dem Neuland-Verbund an. Zuletzt gab es nach Angaben Dettmers 20 Mio. € Umsatz – wie hoch die Einbußen sind, wurde nicht beziffert. (az)
stats