Der Verein Neuland e.V. zieht personelle und strukturelle Konsequenzen aus den Vorkommnissen in Geflügelmast- und Schlachtbetrieben. Im April und im Juni wurde aufgedeckt, dass jahrelang Hähnchenfleisch aus deutschen und französischen Betrieben unter der Marke Neuland verkauft worden war, das nicht den Kriterien der Vermarktungsorganisation entsprachen.

Neuland steht für artgerechte, bäuerliche Tierhaltung. Die entsprechenden Lieferanten hatten jedoch konventionell gewirtschaftet.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt immer noch gegen den im Norden betroffenen Landwirt und den Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft in Bad Bevensen. Dieser wurde jetzt auf Druck des Vereins von den Gesellschaftern entlassen.

Auch im Süden soll der Lizenzvertrag mit der bisherigen Vermarktungsgesellschaft und dessen Geschäftsführer beendet werden. Hier unterstützt Neuland die Gründung einer Erzeugergemeinschaft. Mit dieser soll in absehbarer Zeit ein Lizenzvertrag zur Herstellung und Vermarktung von Neuland-Waren abgeschlossen werden.

Außerdem soll die Kontrolle der zuliefernden Betriebe neu strukturiert werden. Insbesondere die externen Kontrollen sollen verschärft werden. Ein wichtiger Schritt sei die Trennung des wirtschaftlichen vom ideellen Bereichs. Ein Markenverbund soll künftig die Markenführung, also Werbung, Marketing und Akquise betreiben. Die Richtlinienhoheit soll aber allein beim Neuland-Verein bleiben, erläutert der Bundesgeschäftsführer des Vereins, Jochen Dettmer, gegenüber agrarzeitung.de. (hed)
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